Meine Entsendeorganisation heißt „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.“, kurz auch „Freunde der Erziehungskunst“ oder einfach nur „Freunde“. Die Freunde sind ein 1971 gegründeter gemeinnütziger Verein und seit 1993 Träger für internationale Freiwilligendienste. Der Verein fördert und unterstützt weltweit Einrichtungen, die auf Grundlage der Waldorfpädagogik arbeiten. Die Arbeit der Freunde unterteilt sich in verschiedene Arbeitsbereiche, welche jedoch alle in Zusammenhang und im Dienst der Waldorfpädagogik stehen.
Als eine der größten deutschen Trägerorganisation für Freiwilligendienste weltweit vermitteln die Freunde ca. 1700 Freiwillige pro Jahr ins In- und Ausland. Außerdem ermöglichen sie auch internationalen Freiwilligen ein soziales Jahr in Deutschland. Die Abteilung Notfallpädagogik der Freunde leistet seit 2006 internationale Kriegs- und Katastrophenhilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche.
Das Ziel der Freunde ist es, den Austausch und die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen zu fördern, die Projekte vor Ort zu unterstützen und die Freiwilligen in ihrer persönlichen Entwicklung und ihrem sozialen sowie gesellschaftspolitischen Engagement zu stärken.
Die Freunde der Erziehungskunst unterstützen Waldorfschulen, Waldorfkindergärten und anthroposophische heilpädagogische Einrichtungen weltweit mit Spenden, aber auch mit Rat, Netzwerkbildung, Mentoren etc. Der Verein verfügt nicht über eigenes Kapital, ist also keine Stiftung, sondern bekommt Spenden und Zuwendungen von vielen Einzelspendern, Waldorfschulen, anderen Einrichtungen und mit ihm zusammenarbeitenden Stiftungen, die er jeweils im Sinne der Spender verwendet.
Alle Freiwilligen, die von den Freunden vermittelt werden, arbeiten in waldorfpädagogischen und anthroposophisch orientierten Einrichtungen: Schulen, Kindergärten, Projekten der Sozialarbeit, heilpädagogischen Einrichtungen, Lebensgemeinschaften mit Menschen mit erhöhtem Förderbedarf und in der biodynamischen Landwirtschaft.
Ich kann jedem, der einen Freiwilligendienst (ob im In- oder im Ausland) in Erwägung zieht, die Freunde empfehlen. Ein entscheidender Punkt, weshalb ich diese Organisation gewählt habe, ist, dass es unzählig viele Einsatzstellen gibt und man sich für seine Favoriten einfach direkt bewerben kann, das heißt, man kann sich den Ort, an dem man ein Jahr leben wird und die Einsatzstelle, für die man ein Jahr arbeiten wird, quasi frei aussuchen. Bei den meisten Organisationen ist es nämlich so, dass man nur Wunschländer angeben kann und man Angaben machen kann, in welchem Bereich man arbeiten will, aber sich sein Projekt nicht komplett selbst aussuchen kann. Die Freunde entsenden in 70 unterschiedliche Länder rund um den Kontinent verteilt. Was außerdem erwähnenswert ist, ist, dass es keine Bewerbungsfristen gibt, was auch sehr von Vorteil ist. Ein Paar meiner Mitfreiwilligen haben sich erst im Sommer, wenige Monate vor der Ausreise beworben. Ich habe mich während meiner Vorbereitungen für das Auslandsjahr von den Freunden gut unterstützt gefühlt, weil man die Freunde immer erreichen kann und man immer eine Antwort auf seine Fragen bekommt. Außerdem ist alles sehr gut organisiert, man bekommt alle Unterlagen zur Vorbereitung rechtzeitig zugeschickt, die Freunde kümmern sich um wirklich Vieles, aber natürlich muss man manche Sachen auch selbst erledigen.