Mein Arbeitsalltag

Wie versprochen möchte ich jetzt auch mal ein bisschen was über meinen Arbeitsalltag erzählen.

Wir fahren immer zwischen 7:15 und 7:30 zur Arbeit. Die Fahrt zur Arbeit dauert je nach Verkehr ca. eine halbe Stunde. Um 8:00 fängt dann die Schule an.

Ich bin in der 2. Klasse und die Kinder sind einerseits total lieb und süß aber manchmal auch sehr anstrengend. Manche von ihnen sind sehr anhänglich und suchen meine Nähe und umarmen mich wenn sie mich sehen, manche sind aber auch ziemlich zurückhaltend und ruhig. Aus irgendeinem Grund finden die Kinder meine Haare, meine Haut, meine Ohrringe und meine Armbänder toll, sodass sie die ganze Zeit damit spielen wollen.

Die Zenzeleni School liegt im Township Khayelitsha. Die meisten Einwohner Khayelitshas sprechen isiXhosa.

Die Muttersprache der Kinder ist ebenfalls isiXhosa und das wird auch bei den Lehrern untereinander gesprochen. Da Englisch aber eine Amtssprache in Südafrika ist, lernen die Kinder dies schon sehr früh. Die Kinder können wirklich schon sehr gut Englisch sprechen. Ich konnte damals in der 2. Klasse gerade mal ein paar Tiere oder Farben auf Englisch, während die Kinder hier eigentlich alles was ich sage verstehen und auch richtige Sätze bilden können. Ich bin wirklich froh darüber, denn wenn man miteinander kommunizieren kann, kann man auch eine viel bessere Bindung aufbauen.

Die meisten meiner Mitfreiwilligen arbeiten in Kindergärten und dort können vor allem die ganz kleinen Kinder noch kein Englisch, sodass sie nicht wirklich mit ihnen kommunizieren können.

Ich selber unterrichte nicht, ich bin eher so etwas wie eine Hilfe für die Lehrerin.

Während ich in den ersten Tagen nur Blätter und Stifte für die Kinder ausgeteilt und Kopien für die Lehrerin gemacht habe, was nicht so spektakulär war und ich Angst hatte, dass ich immer so wenig zu tun hätte, habe ich gemerkt, dass ich im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben bekommen habe, sodass es mir jetzt eigentlich nie langweilig ist und ich mich auch gebraucht fühle. Es kommt auch immer auf den Tag an, mal gibt es viel zu tun, mal eher weniger. Was bis jetzt so zu meinen Aufgaben gehört sind wie gesagt Kopien machen und Dinge austeilen sowie einsammeln, aber auch Tafelbilder und Infoblätter erstellen, Klassenarbeiten bzw Tests korrigieren und die Punkte in die Klassenliste eintragen, den Kindern helfen, wenn sie Aufgaben machen und ihnen Sachen erklären, Klassenarbeiten abtippen, Geschichten vorlesen oder Aufgaben an die Tafel schreiben. Es kommen aber fast jeden Tag neue Aufgaben dazu und ich mache auch nicht jeden Tag das Gleiche.

Die Pause ist immer von 10:00 bis 10:30 Uhr und da treffe ich meistens meine Mitfreiwilligen, die auch in der Schule arbeiten. Oft kommen die Kinder aber auch einfach her und wollen mit mir spielen oder reden und das finde ich auch immer sehr schön.

Die Zenzeleni School ist eine Grundschule und die ältesten Kinder sind in der 7. Klasse, da die Grundschule in Südafrika bis zur 7. Klasse geht. Ich habe auch schon öfters mit den Siebtklässlern geredet. Die meisten sehen viel älter aus als ihr Alter und sind auch sehr reif für ihr Alter. Die Siebtklässler mit denen ich mich unterhalten habe, konnten alle auch fließend Englisch, was ich irgendwie beeindruckend finde.

Um 10:30 endet die Pause und der Unterricht geht weiter. Oft ist es aber auch so, dass die Lehrerin die Kinder später in die Pause schickt und der Unterricht dann auch später wieder beginnt.

Wenn die Kinder Unterricht auf isiXhosa haben verstehe ich leider gar nichts, das ist dann manchmal ein bisschen langweilig, aber die Kinder haben auch viel Englisch Unterricht. Mathe zum Beispiel wird meistens auf Englisch unterrichtet. Außerdem haben die älteren Kinder beispielsweise Geschichte oder Naturwissenschaften auf Englisch. Das ist mir beim Abtippen der Klassenarbeiten aufgefallen.

Um 12:30 ist für viele Kinder die Schule aus, für mich aber nicht. Ich habe bis 13 Uhr Mittagspause und montags und donnerstags habe ich dann ab 13 Uhr „Extra Lessons“ in Mathe, das heißt ich mache mit 4 Kindern der 3. Klasse Aufgaben. Ich hätte nie gedacht, dass 4 Kinder auf einmal so anstrengend sein können. Die Kinder verstehen zwar eigentlich alles, was ich sage, weil sie ja schon gut Englisch können, aber hören tun sie nicht wirklich auf mich. Manchmal reden alle durcheinander und ich muss mehrmals das Gleiche sagen, bis sie mal das tun, was ich möchte und wenn ich ihnen sage, dass sie leise sein sollen, sind sie vielleicht kurz leise, aber nach einer Weile geht es wieder los. Deswegen habe ich größten Respekt vor den Lehrern, da die Klassen hier sehr groß sind. In meiner Klasse sind beispielsweise 37 Kinder, es gibt aber auch Klassen, in denen über 40 Kinder sind.

Mittwochs ist „After Care“, da mache ich zusammen mit einer anderen Freiwilligen Armbänder mit ein paar Kindern. Das ist einerseits echt schön, wenn man sieht wie die Kinder sich freuen, wenn ihr Armband fertig ist, andererseits aber auch anstrengend, weil man manchen Kindern alles 10 mal erklären muss und manchmal alle durcheinander reden.

Dienstags und freitags habe ich Office Work, das heißt ich helfe ein bisschen im Büro mit. Da gibt es eigentlich immer was zu tun, zum Beispiel die Noten der Kinder in eine Exceltabelle eintragen oder Klassenarbeiten abtippen.

Dienstags und donnerstags haben wir um 14:45 Uhr aus, am Freitag um 14:00 Uhr und montags und mittwochs gehen wir meistens um 14:30 von der Schule los, weil wir dann noch zum Centre fahren müssen. Montags haben wir dort nämlich isiXhosa Unterricht und mittwochs Craft. IsiXhosa wird wie gesagt hauptsächlich in den Townships gesprochen und es ist auch die Muttersprache der Kinder in meiner Schule. Es ist deshalb schon irgendwo sinnvoll, es zu lernen, auf der anderen Seite können die Kinder in meiner Schule alle Englisch, sodass ich ganz gut mit ihnen kommunizieren kann und isiXhosa ist eine echt schwere Sprache. Um das richtig zu lernen, sodass man es wirklich verstehen und auch sprechen könnte, bräuchte man schon mehr als eine Stunde die Woche Unterricht.

Craft geht immer 1,5 Stunden und dort nähen wir Spielzeuge für die Kinder.

Eigentlich habe ich mich ganz gut an alles gewohnt. Ich weiß jetzt wo alle Räume sind, kenne die meisten Lehrer und ich kann jetzt sogar schon alle Namen der Kinder in meiner Klasse. Es war aber echt nicht so einfach die Namen zu lernen, da in meiner Klasse wie gesagt 37 Kinder sind und die Kinder nicht so einfache Namen wie Anna oder Leon haben, sondern Namen die man teilweise kaum aussprechen kann und die man noch nie zuvor gehört hat, wie zum Beispiel Imanginkosi oder Mbalentle.

Letzten Freitag war das Farewell der Siebtklässler, also eine Art Abschlussfeier, da die Siebtklässler nach den Sommerferien auf eine andere Schule gehen. Es wurde gesungen und Reden wurden gehalten. Am Tag zuvor haben wir geholfen, alles aufzubauen und zu dekorieren.

Die Sommerferien sind hier von Dezember bis Januar und danach fängt für die Kinder das nächste Schuljahr an, meine Kinder kommen also dann in die 3. Klasse. Die Kinder sind mir in der kurzen Zeit schon echt ans Herz gewachsen, weshalb ich hoffe, dass ich weiterhin in der gleichen Klasse bleiben kann.

Ich bin mal gespannt, was weiterhin so in der Schule passieren wird. Bis bald!

Der Garten
Hier können die Kinder spielen
Das Klassenzimmer meiner Klasse
Das Office
Der Eurythmy Room
Das Centre, wo wir isiXhosa Unterricht und Craft haben

Erste Eindrücke

Jetzt bin ich schon fast 4 Wochen hier und hab mich eigentlich schon relativ gut eingelebt. Die Arbeit in der Schule mit den Kindern macht mir eigentlich ziemlich viel Spaß, aber darüber möchte ich in einem anderen Beitrag erzählen.

Jetzt erzähle ich erstmal, was wir bis jetzt so alles gesehen und erlebt haben.

Bis jetzt war das Wetter ziemlich schön. Vor allem in der ersten Woche war es sehr warm, dann war es ab und zu auch mal etwas kälter und bewölkt aber insgesamt ist das Wetter echt gut, der Sommer fängt ja jetzt auch so langsam in Südafrika an.

Den ersten Strand den ich hier in Südafrika gesehen habe ist Camps Bay. Der Strand ist wirklich sehr schön, vor allem weil man eine gute Sicht auf die 12 Apostel und den Lion’s Head hat. Das einzige was etwas blöd ist, ist, dass das Wasser dort sehr kalt ist. Es tat zwar gut, sich abzukühlen nachdem man eine Weile in der Sonne gelegen ist, aber man kann nicht lange im Wasser bleiben, weil erstens die Wellen viel zu hoch sind, um richtig zu schwimmen und es zweitens nach einer Weile einfach viel zu kalt ist. Der Sonnenuntergang am Abend war dafür aber wunderschön.

Ein weiterer Strand an dem wir jetzt schon mehrmals waren ist Muizenberg. Im Vergleich zu Camps Bay ist das Wasser dort echt angenehm und außerdem sind die Wellen dort etwas niedriger, sodass man besser schwimmen kann.

Am Freitag haben wir einen kleinen Roadtrip gemacht und sind über den Chapman’s Peak Drive zum Strand in Noordhoek gefahren, welcher auch sehr schön ist.

Außerdem waren wir im Fußballstadion. Der Eintritt hat grade mal 60 Rand gekostet, das sind nicht mal 4 Euro!!!

Allgemein kann man sagen, dass Eintritte beispielsweise auch in Clubs oder Kinos, das Benzin und Essen gehen in Restaurants günstiger ist als in Deutschland, aber die Lebensmittel im Supermarkt sind eigentlich fast gleich teuer.

Am Anfang hatte ich nicht wirklich Lust ins Fußballstadion zu gehen, weil ich eigentlich kein großer Fußballfan bin, aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich mitgegangen bin, weil die Stimmung einfach so krass war und wenn man schon in Südafrika ist, sollte man auch einmal im WM-Stadion gewesen sein.

Am Samstag ist Südafrika Rugby Weltmeister geworden und alle haben sich riesig gefreut. Überall auf den Straßen wurde gefeiert und gehupt.

Auf den Lions Head sind wir auch gewandert, was ziemlich anstrengend war. Der Weg hoch war echt steil und teilweise schwierig und es war kaum irgendwo abgesichert, sodass man am Ende froh war, heil angekommen zu sein. Aber die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn die Sicht war mega. Man hatte einen Überblick über die ganze Stadt und eine krasse Sicht auf den Tafelberg und den Signal Hill. Da habe ich erst gemerkt, wie groß die Stadt wirklich ist. Leider war es ein bisschen bewölkt, sonst wäre es bestimmt noch viel schöner gewesen. Als wir dann wieder runtergelaufen sind wurde es langsam dunkel und die Stadt im Dunkeln sah von oben sehr beeindruckend aus.

Letzte Woche waren wir bei „Indibano Ekasi“, ein Event, welches der Kunstlehrer der Zenzeleni School organisiert hat. Dort gab es südafrikanisches Essen, Künstler haben ihre Kunstwerke ausgestellt und Sänger ihre Musik vorgespielt. Es war ziemlich cool, weil man so auch ein bisschen mit der Kultur in Berührung gekommen ist. Das südafrikanische Essen finde ich sehr lecker. Das, was ich bis jetzt gegessen habe, war immer ziemlich gut gewürzt. Chakalaka zum Beispiel ist eine Art Sauce, die aus verschiedenem Gemüse, wie zum Beispiel Tomaten, Karotten und Bohnen besteht und mit Curry oder anderem Gemürz gewürzt ist.

Vetkoek ist auch sehr lecker. Das ist eine Art Brötchen bestehend aus Teig, der frittiert wird, vergleichbar mit Fasnetsküchle, wem das etwas sagt. Vetkoek schmeckt ohne Füllung auch gut, es gibt aber auch Vetkoek Burger mit Fleisch und Sauce.

Wir wohnen in Jamestown, das ist ein Vorort von Stellenbosch. Zum Zentrum nach Stellenbosch sind es nur ca 5 km und mit dem Auto sind wir daher sehr schnell dort. Stellenbosch ist eine echt schöne Stadt. Obwohl die Stadt eigentlich nicht viele Einwohner hat (ca 20000) gibt es dort alles, was man so braucht. Es gibt sehr viele Restaurants, wo man billig essen gehen kann, Cafés, eine Shopping Mall und allgemein sehr viele schöne Läden zum shoppen. Es gibt sogar eine Universität, weshalb die Mehrzahl der Einwohner Studenten sind. Viele Häuser sind im kapholländischen oder viktorianischen Stil. Wenn man durch Stellenbosch läuft, kommt es einem deshalb gar nicht so vor, als wäre man in Afrika.

Wir waren auch im botanischen Garten in Stellenbosch. Das ist auf jeden Fall lohnenswert, zumal der Eintritt nur 1€ kostet und es so viele schöne Pflanzen zu sehen gibt. Es gibt viele Bänke und schattige Plätze, eine Vielzahl an Pflanzen und sogar einen Café und ein Restaurant sowie einen Shop.

Außerdem haben sich die Leute aus unserer Wg alle im Fitnessstudio in Stellenbosch angemeldet. Das ist ca 10 Minuten von uns mit dem Auto entfernt und es tut ziemlich gut nach der Arbeit zusammen mit den anderen ein bisschen Sport zu machen.

Wie ihr seht, haben wir schon einiges erlebt und gesehen.

Das Einzige, was ein bisschen nervig ist, ist, dass die Strecke von unserem Haus zum Zentrum in Kapstadt fast 55 km beträgt und wir dann immer fast eine Stunde unterwegs sind. Zwar ist das Benzin nicht ganz so teuer, aber ich bin schon ein bisschen neidisch auf die anderen Freiwilligen von uns, die direkt in Kapstadt bzw. direkt am Meer wohnen.

The journey begins

Endlich war es so weit. Ich habe 9 Monate auf diesen Moment gewartet. Im Dezember habe ich mich für den Freiwilligendienst beworben und im Januar hatte ich meine Zusage. Eigentlich wäre ich schon im September geflogen, doch da mein Visum nicht rechtzeitig ankam, musste ich einen Monat später fliegen (Grüße gehen raus an die südafrikanische Botschaft in München).

Nachdem ich mich von allen verabschiedet habe, ging es für mich nach München. Dort traf ich die 2 Mitfreiwilligen mit denen ich geflogen bin. Ich war froh, nicht alleine fliegen zu müssen. Von München flogen wir dann ca 5 Stunden nach Doha und von dort nochmal ganze 10 Stunden nach Kapstadt. Obwohl wir die ganze Nacht geflogen sind und ich eigentlich sehr müde war, konnte ich nicht schlafen. Die Zeit konnte ich aber gut vertreiben, da es viele unterhaltsame Filme gab, die man sich während dem Flug anschauen konnte.

In Kapstadt angekommen trafen wir dann auf die restlichen Mitfreiwilligen. Da wir im August ein Vorbereitungsseminar hatten, kannte man schon alle und es war schön, die anderen wieder zu sehen. Anschließend wurden wir abgeholt und zum Centre gebracht, wo wir die restlichen Freiwilligen trafen, die schon seit September da sind. Dort wurden uns ein paar Sachen mitgeteilt zb wo und mit wem wir wohnen würden. Für mich und meine Mitbewohner war das nicht so spannend wie für die anderen, da wir schon seit ein paar Monaten wussten, dass wir zusammen in Stellenbosch wohnen würden und wir sogar schon Bilder von unserem Haus gesehen haben. Als alles geklärt war, fuhren wir vom Centre zu unserem Haus.

Die Umgebung um Stellenbosch ist wirklich wunderschön, weshalb ich es sehr genossen habe, vorne zu sitzen um alles zu sehen. Nach ca 45 Minuten Fahrt waren wir dann endlich da und ich bin sehr positiv überrascht von unserem Haus. Es ist wirklich sehr schön und modern, sogar noch viel schöner als es auf den Bildern aussah. Und die Lage ist echt top, unten könnt ihr ein paar Bilder sehen.

Obwohl ich jetzt noch nicht lange hier bin, merkt man doch deutlich die Unterschiede zu Deutschland beziehungsweise zu Europa. Am Flughafen zb ist uns aufgefallen, dass aus den Wasserhähnen immer nur ganz wenig Wasser rauskommt und man wirklich ewig drücken muss, bis man mal endlich die Hände gewaschen hat, wodurch die Stadt Wasser sparen kann, denn Kapstadt ist oftmals von Wassermangel betroffen. Außerdem ist der Linksverkehr sehr ungewöhnlich. Wenn man Beifahrer ist sitzt man plötzlich auf dem Sitz, wo in Deutschland eigentlich der Fahrer sitzen würde und es gibt kein Rechts vor Links. Der, der zuerst an der Kreuzung ist, darf fahren. Bevor ich selber fahre, schaue ich erstmal bei den anderen zu, damit ich mich besser daran gewöhne.

Was auch sehr ungewohnt ist, ist die Währung. 16 Rand sind ca 1€ und wenn man einen 20 Rand Schein in der Hand hat, denkt man sich zuerst, dass das ziemlich viel Geld ist, da in Deutschland 20 € ja nicht gerade wenig ist, aber dann bemerkt man, dass 20 Rand nur ein bisschen mehr als 1€ ist. Der höchste Schein ist 200 Rand was ich ziemlich lustig finde, denn 200 Rand sind gerade mal 12€.

Es ist auf jeden Fall sehr schön hier und ich freue mich auf alles, was kommen wird. Bald melde ich mich wieder mit Einträgen über die ersten Roadtrips und den ersten Ausflügen. Bis dann!

Die Fahrt vom Flughafen
Die Fahrt nach Stellenbosch
Diese Sicht haben wir wenn wir aus unserem Haus laufen
Unsere Autos
Unser Haus
Der Garten ist auch echt nice

Kapstadt

Kapstadt ist nach Johannesburg und Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas und die Hauptstadt der Provinz Westkap. Den Namen erhielt Kapstadt nach dem Kap der guten Hoffnung, das etwa 45 km südlicher liegt und eine Hauptgefahr auf dem Seeweg nach Indien darstellte. Kapstadt liegt am nördlichen Rand der Kaphalbinsel, besitzt einen der größten südafrikanischen Häfen und ist eines der wichtigsten Industriezentren des Landes.

Heute ist Kapstadt Sitz des Parlaments von Südafrika. Die Stadt ist weiterhin kulturelles Zentrum Südafrikas und bietet mit zwei Universitäten, diversen Forschungsinstituten, unzähligen Museen, Bibliotheken, Theatern, botanischen und zoologischen Gärten eine unbeschreibliche Vielfalt.

Der 1.086 Meter hohe Tafelberg ist das Wahrzeichen von Kapstadt und zu dessen Füßen liegt das Stadtzentrum. Der Tafelberg dominiert zusammen mit dem Signal Hill, dem Lion’s Head und dem Devils Peak das gesamte Stadtbild und macht die Skyline weltweit so unverwechselbar.

Die V&A Waterfront, der Bloubergstrand, das Viertel Bo-Kaap sowie natürlich das Kap der Guten Hoffnung sind beliebte touristische Highlights.

Die Stadt bietet abgesehen davon noch viele weitere Sehenswürdigkeiten sowie eine kulturelle Vielfalt, eine artenreiche Pflanzen- und Tiervielfalt und hat eine schöne abwechslungsreiche Umgebung.

Die Cedarberge im Norden, die Kaphalbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung im Süden, das Weinland östlich von Kapstadt und Overberg noch östlicher bieten jedem genug Abwechslung.

Südafrika liegt auf der Südhalbkugel und hat dadurch entgegengesetzte Jahreszeiten als auf der Nordhalbkugel. Wenn also bei uns in Deutschland tiefster Winter ist, herrschen am Kap hochsommerliche Temperaturen. In Kapstadt gibt es wegen des gemäßigten subtropischen Klimas allerdings keine extremen Wetterschwankungen. Es ähnelt dem Klima am Mittelmeer. In den Sommermonaten von Dezember bis März liegen die Temperaturen in Kapstadt und in der Küstennähe um die 26-28 Grad und nur selten über 35 Grad. Die Temperaturen sinken im Winter nur ganz selten unter 5 Grad, meist liegen die Tageshöchsttemperaturen zwischen 15 und 20 Grad.

Die Wassertemperaturen sind in Kapstadt generell sehr wechselhaft, relativ kalt und schwanken auch erheblich zwischen der Ost- und Westseite der Kaphalbinsel. Auf der Ostseite beträgt die Wassertemperatur oftmals um die 20 Grad, während die Temperatur auf der Westseite selten über 15 Grad liegt.

In Kapstadt und dem Western Cape spricht ein großer Teil der Bevölkerung Afrikaans und isiXhosa, aber im öffentlichen Leben ist Englisch schon längst die gängigste Sprache und nur in einigen abgelegen Regionen kann es vorkommen, dass man auf Südafrikaner trifft, die überwiegend wegen einer fehlenden Schulbildung oder aus Stolz zu ihrer Sprache nur ihre Muttersprache sprechen.

Das System der Apartheid hat tiefe Spuren in der südafrikanischen Gesellschaft hinterlassen. Auch 25 Jahre nach dem Ende der Apartheid kämpft Südafrika weiterhin mit Rassismus, Ungleichheit und Armut.

Die meisten Weißen erfreuen sich eines Lebensstandards, der sich mit den der höchsten Industrienationen der Welt vergleichen lässt. Das mittlere Haushaltseinkommen einer weißen Familie ist immer noch etwa elfmal so hoch als das einer schwarzen Familie. Ein Großteil der früher benachteiligten schwarzen Bevölkerungsmehrheit lebt weiterhin in Armut. Noch immer bleibt vielen Menschen der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie Elektrizität, Wasser oder Krankenvorsorge verwehrt.

Wenngleich es mittlerweile auch verarmte Weiße gibt, so sind die Einkommensunterschiede zwischen Schwarz und Weiß so groß wie in kaum einem anderen Land der Welt. Während die Mehrheit der Schwarzen in ärmlichen Hütten in den Townships lebt und mit dem Notwendigsten auskommen muss, so lebt die Mehrheit der Weißen nach wie vor in beträchtlichem Luxus, abgeschottet durch Mauern und Alarmanlagen.

Mein Projekt

Ich werde ein Jahr lang einen weltwärts Freiwilligendienst in Kapstadt machen. Meine Einsatzstelle heißt Centre for Creative Education. Das Centre for Creative Education ist eine unabhängige, gemeinnützige, waldorfinspirierte Einrichtung mit Sitz in Kapstadt. Basierend auf den Grundsätzen der Pädagogik Rudolf Steiners möchte das Centre neue Bildungsmethoden und Vernetzungsmöglichkeiten für Südafrika aufzeigen. Zudem kooperiert das Centre in den Townships von Kapstadt mit mehreren Kindergärten und einer Schule, um den Kindern dieser Siedlungen einen Ort anzubieten, in denen sie unbeschwert Kind sein können.

Das Centre hat über 30 hauptamtliche und 6 ehrenamtliche Mitarbeiter und ca. 200 Studenten. Mit den Township-Kindergärten und der Schule werden ca. 1000-2000 Kinder erreicht. In den Kindergärten wird größtenteils kein Englisch gesprochen, sondern Xhosa.

Jedes Jahr werden 33 Freiwillige gesucht, die das Centre unterstützen. Dieses Jahr wird es 30 Freiwillige geben, von denen 25 in verschiedenen Kindergärten arbeiten und nur 5 in einer Schule. Die 30 Freiwilligen wohnen in WGs an unterschiedlichen Orten in der Nähe von Kapstadt, wie z.B. Muizenberg, Fish Hoek, Southfield und Stellenbosch. Ich werde gemeinsam mit 6 anderen Freiwilligen in Stellenbosch leben, einem Ort, der ca. 50 km von Kapstadt und 25 km von Khayelitsha entfernt ist. Ich habe das Glück, eine der wenigen zu sein, die in der Schule arbeiten wird.

Die Zenezeleni Schule wurde 1999 gegründet und ist die erste und einzige Waldorfschule in Khayelitsha, einem der größten Townships Südafrikas. Khayelitsha entstand in den 1950er Jahren zur Zeit der Apartheid. Damals war es der schwarzen Bevölkerung verboten, in südafrikanischen Städten zu leben. Nach dem Ende der Apartheid wuchs Khayelitsha weiter, denn viele Familien ließen sich hier in einer Hoffnung nieder, in Kapstadt Arbeit zu finden. Doch die Arbeitslosigkeit in dem Township wird auf über 75 Prozent geschätzt. In der Zenzeleni Schule wird den Kindern ein ausgeglichenes und harmonisches Schulumfeld geboten, was für diese Kinder von großer Bedeutung ist, da sie in einer von Armut, Gewalt und Bedrohung geprägten Umgebung aufwachsen.

Heute besuchen 275 Schüler/innen die Zenzeleni School, von der Vorschule bis zur 7. Klasse. Schließen die Schüler/innen die 7.Klasse erfolgreich ab, haben sie die Möglichkeit, die Bildung an höheren Schulen fortzusetzen.

Neben Xhosa, Mathematik, Englisch und weiteren grundlegenden Fächern, legt die Zenzeleni School großen Wert auf Musik, Kunst und Handarbeit.

In dieser Schule werde ich ein Jahr lang arbeiten, den Unterricht mitgestalten, Projekte durchführen, versuchen, den Schülern zu helfen und die Lehrer bei der Betreuung der Kinder zu unterstützen.

Meine Entsendeorganisation

Meine Entsendeorganisation heißt „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.“, kurz auch „Freunde der Erziehungskunst“ oder einfach nur „Freunde“. Die Freunde sind ein 1971 gegründeter gemeinnütziger Verein und seit 1993 Träger für internationale Freiwilligendienste. Der Verein fördert und unterstützt weltweit Einrichtungen, die auf Grundlage der Waldorfpädagogik arbeiten. Die Arbeit der Freunde unterteilt sich in verschiedene Arbeitsbereiche, welche jedoch alle in Zusammenhang und im Dienst der Waldorfpädagogik stehen.

Als eine der größten deutschen Trägerorganisation für Freiwilligendienste weltweit vermitteln die Freunde ca. 1700 Freiwillige pro Jahr ins In- und Ausland. Außerdem ermöglichen sie auch internationalen Freiwilligen ein soziales Jahr in Deutschland. Die Abteilung Notfallpädagogik der Freunde leistet seit 2006 internationale Kriegs- und Katastrophenhilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche.

Das Ziel der Freunde ist es, den Austausch und die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen zu fördern, die Projekte vor Ort zu unterstützen und die Freiwilligen in ihrer persönlichen Entwicklung und ihrem sozialen sowie gesellschaftspolitischen Engagement zu stärken.

Die Freunde der Erziehungskunst unterstützen Waldorfschulen, Waldorfkindergärten und anthroposophische heilpädagogische Einrichtungen weltweit mit Spenden, aber auch mit Rat, Netzwerkbildung, Mentoren etc. Der Verein verfügt nicht über eigenes Kapital, ist also keine Stiftung, sondern bekommt Spenden und Zuwendungen von vielen Einzelspendern, Waldorfschulen, anderen Einrichtungen und mit ihm zusammenarbeitenden Stiftungen, die er jeweils im Sinne der Spender verwendet.

Alle Freiwilligen, die von den Freunden vermittelt werden, arbeiten in waldorfpädagogischen und anthroposophisch orientierten Einrichtungen: Schulen, Kindergärten, Projekten der Sozialarbeit, heilpädagogischen Einrichtungen, Lebensgemeinschaften mit Menschen mit erhöhtem Förderbedarf und in der biodynamischen Landwirtschaft.

Ich kann jedem, der einen Freiwilligendienst (ob im In- oder im Ausland) in Erwägung zieht, die Freunde empfehlen. Ein entscheidender Punkt, weshalb ich diese Organisation gewählt habe, ist, dass es unzählig viele Einsatzstellen gibt und man sich für seine Favoriten einfach direkt bewerben kann, das heißt, man kann sich den Ort, an dem man ein Jahr leben wird und die Einsatzstelle, für die man ein Jahr arbeiten wird, quasi frei aussuchen. Bei den meisten Organisationen ist es nämlich so, dass man nur Wunschländer angeben kann und man Angaben machen kann, in welchem Bereich man arbeiten will, aber sich sein Projekt nicht komplett selbst aussuchen kann. Die Freunde entsenden in 70 unterschiedliche Länder rund um den Kontinent verteilt. Was außerdem erwähnenswert ist, ist, dass es keine Bewerbungsfristen gibt, was auch sehr von Vorteil ist. Ein Paar meiner Mitfreiwilligen haben sich erst im Sommer, wenige Monate vor der Ausreise beworben. Ich habe mich während meiner Vorbereitungen für das Auslandsjahr von den Freunden gut unterstützt gefühlt, weil man die Freunde immer erreichen kann und man immer eine Antwort auf seine Fragen bekommt. Außerdem ist alles sehr gut organisiert, man bekommt alle Unterlagen zur Vorbereitung rechtzeitig zugeschickt, die Freunde kümmern sich um wirklich Vieles, aber natürlich muss man manche Sachen auch selbst erledigen.

Über Mich

Mein Name ist Sabrina Roth, ich bin 19 Jahre alt und habe dieses Jahr mein Abi gemacht. Ich wusste schon lange, dass ich nach dem Abi was ganz Neues machen will. Also habe ich mich ein bisschen informiert und schnell stand für mich fest, dass ein Freiwilligendienst im Ausland genau das Richtige für mich ist. Ich finde, dadurch kann man ein neues Land von einer ganz anderen Seite kennenlernen, weil man viel näher an den Menschen dran ist und eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Außerdem finde ich es auch besser, ein Jahr am gleichen Ort zu wohnen als verschiedene Orte zu bereisen, denn dadurch kann man einen Ort sehr intensiv kennenlernen, während man beim Reisen meist nur die oberflächlichsten Dinge sieht.

Südafrika hat es geschafft, sich von einem Schwellenland zu einem sehr wohlhabenden Industriestaat zu entwickeln. Es zählt zur größten Wirtschaftsmacht Afrikas. Trotz allem steht Südafrika weiterhin vor dem Problem der sozialen Ungerechtigkeit und der immer noch hohen Kriminalitätsrate. Diese Gegensätze und natürlich auch die schöne Landschaft sowie die Tier- und Pflanzenvielfalt machen das Land so interessant und das ist auch der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, ein Jahr dort zu verbringen.

Ich bin sehr gespannt, ein Jahr in einem komplett anderen Land zu leben. Ich denke, es wird sehr bereichernd und aufregend sein, trotzdem glaube ich, dass es nicht immer leicht sein wird, aber Herausforderungen im Leben zu haben ist wichtig, um über sich selbst hinauszuwachsen und sich weiterzuentwickeln.

Ich freue mich sehr, auf das was kommen wird, auf das Zusammenleben mit neuen Menschen, auf die Arbeit mit den Kindern einer ganz anderen Kultur, auf das Sammeln ganz vieler neuer Erfahrungen und auf das Entdecken vom schönen Südafrika. In diesem Blog möchte ich meine Erlebnisse und Erfahrungen während dieses Jahres teilen und euch mit auf meine Reise nehmen. Ich freue mich auf interessierte Leser! 🙂